Radio schaltet Menschen ein

Interaktion und Vermittlung von, mit und durch Radiokunst.

von Maria Peters und Sarah Rothe

Ausstellungsansicht: Über das Radio hinaus. 25 Jahre KunstradioRadiokunst, Foto: Bettina Brach

Die nachfolgenden Ausführungen zum Thema Interaktion und Vermittlung von, mit und durch Radiokunst gehen von Fragen zu kuratorischen und vermittlungsbezogenen Erfahrungen aus der Ausstellung Über das Radio hinaus. 25 Jahre Kunstradio – Radiokunst aus. Konzipiert vom Zentrum für Künstlerpublikationen in Bremen wurde sie vom 10. November 2012 bis 12. Mai 2013 in der Weserburg | Museum für moderne Kunst gezeigt. Die Ausstellung ist Teil eines kooperativen Forschungsprojekts zur Radiokunst, an dem wir beteiligt sind und das unsere Untersuchungen zur Vermittlung von, mit und durch Radiokunst motiviert. Das Projekt trägt den Titel Radiokunst: Zur Entwicklung eines Mediums zwischen Ästhetik und sozio-kultureller Wirkungsgeschichte.1

Im Folgenden werden zunächst Einblicke in die Entwicklung der Radiokunst gegeben. Anhand von ausgewählten radiophonen Arbeiten und ihrem Interaktionspotenzial gehen wir im Weiteren auf Formen und Erfahrungen der Vermittlung von, mit und durch Radiokunst näher ein. Die Ausführungen enden mit einem kurzen Ausblick auf mögliche Aktionen mit Kindern und Jugendlichen im Kontext von Radiokunst.

Radiokunst

Unter Radiokunst versteht man ein vielfältiges mediales Feld, in dem Künstler/innen Arbeiten mit, im und für das Radio produzieren. Dazu zählen künstlerische Werke, die über staatliche oder freie Radiosender oder Internetradio veröffentlicht werden, aber auch vernetzte, medien- und länderübergreifende Radiokunstprojekte, die über Telefon, Internet, Radio- und/oder Satellitenübertragung gleichzeitig an mehreren Orten in verschiedenen Ländern oder weltweit stattfinden.

Das erste Unterhaltungsradio ging in Deutschland 1923 auf Sendung. Es wurden kulturelle Ereignisse wie Theater, Revuen, Operetten und anderes übertragen. Ihre Reduktion im Radio auf ein reines Hörereignis erzeugte erste Fragen nach einer radiospezifischen Ästhetik von Kultur.
Seit den 1960er-Jahren entwickelten sich erste radiospezifische Kunstformen wie das Neue Hörspiel. Der amerikanische Künstler Max Neuhaus generierte darüber hinaus erstmals netzartige Projekte.2

Seine Arbeit Public Supply 1 (1966) gilt als erstes interaktives Werk mit der Beteiligung von Hörer/innen.3 Mittels einer Kombination von Radio- und Telefontechnologie mischte und sendete Neuhaus ihre Anrufe live und bezog sie damit aktiv in die Produktion des Werkes mit ein.
Sound-Künstler/innen, zum Beispiel Bill Fontana, entwickelten sogenannte Soundscapes (Klanglandschaften), in denen sie weit voneinander entfernte Orte über Kontinente hinweg durch Telekommunikationsverbindungen miteinander vernetzten. Fontana wollte mit akustischen Interventionen vor Ort und im Radio, Klänge aus verschiedenen Umgebungen wie Fundstücke in unerwartete Beziehungen und Situationen versetzen.4 Er realisierte im öffentlichen städtischen Raum von Graz und Wien, ebenso wie im Radio, „Live-Klangskulpturen“, zum Beispiel Sonic Projections from Schloßberg Graz (1988)5. „Es handelt sich um ein akustisches Porträt der Stadt Graz. Aufgenommen von 8 Mikrofonen die an 8 Bezugspunkten aufgestellt wurden – also an 8 Orten der Grazer Innenstadt, die zur Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung eine Rolle gespielt haben. Vom Schloßberg aus schickte Fontana seine Klänge auf die Stadt hinunter. Positive Sounds wie er sie nennt, die er in der ganzen Welt aufgenommen hat, wie zum Beispiel das zärtliche Rufen eines Gibbonpärchens im thailändischen Regenwald, das Singen eines australischen Leierschwanzes, ein Nebelhorn bei der Golden Gate Bridge in San Francisco und so weiter. Diese Töne wurden zusammen mit Grazer Alltagsgeräuschen von den 8 Mikrofonen aus über Leitungen in das Studio im Landhaus geschickt. Dort entstand eine Live-Mischung, die wiederum aus kaum sichtbaren Lautsprechern in den schönen Renaissancehof des Grazer Landhauses projiziert wurde bzw. stereo im Radio erklang.“6

Elisabeth Zimmermann/Heidi Grundmann, Eröffnung der Ausstellung: Kunstradio – Radiokunst am 9.11.2012, Foto: Maria Peters

Ab Mitte der 1990er-Jahre, mit der zunehmenden Verbreitung des Internets, erweiterten sich der Hörerkreis und die Struktur von Radiokunstprojekten entscheidend. Die Entwicklung, aber auch die Produktion und Distribution von Radiokunst ist durch die wöchentliche Sendung Kunstradio-Radiokunst des Österreichischen Rundfunks (ORF), welche am 3. Dezember 1987 unter der Leitung von Heidi Grundmann des erste Mal „on air“ ging, entscheidend unterstützt und geprägt worden. Das umfangreiche Archiv von Radiokunstwerken des Kunstradios, welches seit 1995 über das Internet zugänglich ist, fördert darüber hinaus die Steigerung der Bekanntheit radiophoner Kunst für eine größere Öffentlichkeit.7

Interaktion

Radiokunst bewegt sich in einem interdisziplinären Bereich der bildenden Kunst, der experimentellen Literatur und der Neuen Musik.8 Im Senden wird ein zeitlich befristetes Werk geschaffen, das jede/r hören und an dem jede/r in unterschiedlicher Weise, je nach Konzept des Werkes, partizipieren kann.
Radiokunst trägt durch das Senden immer schon ein interaktives Moment der Vermittlung in sich. Zu fragen ist, wie sich die Vermittlungspotenziale „der“ Radiokunst auf Vermittlungskonzepte „von“ Radiokunst innerhalb und außerhalb des Museums transformieren lassen und was diese bei ihren Rezipient/innen auszulösen vermögen.
Radiophone Arbeiten sind Instrumente des In-Verbindung-Stehens, der operativen Teilnahme und des intersubjektiven Austausches. Im Kontext der Radiokunst findet eine tendenzielle Aufhebung der Unterscheidung zwischen Produzent/innen und Rezipient/innen statt, da ohne den Hörer/innen das Werk nicht besteht. Obwohl in vielen Arbeiten Interaktionen zwischen Hörer/innen, Produzent/innen und Werk direkt angelegt sind, ist das interaktive Moment einer radiophonen Arbeit nicht zwangsläufig „anzuhören“. Radiokunst entsteht als gemeinsames Produkt der Interagierenden in einem dynamischen Prozess. Auszugehen ist von einem performativen Werkbegriff im Sinne einer de-materialisierten Kunst.9 Das Werk selbst ist temporär, ortlos und unsichtbar. Es entsteht im Hören, quasi im Ohr der Produzent/innen und Rezipient/innen.
Radiokunst produziert, verbindet und bezieht sich auf unterschiedliche Räume der Interaktion. Der „elektronische Raum“ der medialen Systeme und akustischen Signale strukturiert und bestimmt im Moment des Sendens den „Hörraum“, das heißt den Ort, an dem sich der Hörer befindet.10 Im Hörereignis an sich entsteht ein „radiophoner Metaraum“ als imaginative Wahrnehmung eines einzigartigen Momentes.11 Durch Partizipation und Vernetzung wird der „Radioraum zum kulturellen Handlungsfeld“12. Dieses ist der öffentliche Raum, der durch das Radio generiert und gestaltet und somit zum Raum der Kollaboration wird.
Anhand einzelner Beispiele aus der Sendereihe Kunstradio-Radiokunst werden im Folgenden die künstlerischen und vermittelnden Strategien von Radiokunst näher erläutert.

Radio schaltet Menschen ein

Mit der radiophonen Arbeit von Norbert Maths SCHLAF-RADIO (gesendet am 15. April 1993) stellt der Künstler die konventionelle Kunst- und Radiorezeption in Frage. Das SCHLAF-RADIO, sagt der Autor, soll die Hörer/innen beim Einschlafen begleiten, denn die Struktur dieses Hörstücks entspricht den verschiedenen Schlaf-und Traumphasen des Menschen.13
Im ersten Abschnitt des Stücks sind natürliche Klänge und Geräusche zu hören, die Math mit Aufnahmen von elektronischer Musik aus den 1960er-Jahren sampelte. Das Stück beginnt mit einer großen Klangdichte und endet mit sparsam verwendeten Tönen. Math bezeichnet sein Hörstück als Arbeit im Prozess, da er andere Medienkünstler/innen und auch interessierte Zuhörer/innen zur Mitarbeit im Rahmen des Werkes einlud. Unter dem Motto schneiden Sie mit und/oder schlafen Sie ein14 forderte er beim Senden der Arbeit die Zuhörer /innen auf, das Stück mitzuschneiden. Aus den aufgenommenen Tönen und Geräuschen sollte durch Bearbeitung ein eigenes SCHLAF-RADIO erstellt und dem Künstler geschickt werden. Das neu entstandene SCHLAF-RADIO wurde wieder im Rahmen der Sendereihe Kunstradio Radiokunst ausgestrahlt und damit zum akustischen Material, das wiederum aufgenommen und weiterbearbeitet werden konnte. In der Konzeption von Math führt auf diese Weise ein unendlicher Prozess der Kollaboration zwischen Produzent/innen und Rezipient/innen zur Generierung einer „Klangwelt“, vergleichbar mit der Vorstellung eines „Traums im Traum im Traum“.15
Das SCHLAF-RADIO sollte im wiederholten Senden seiner Variationen, vergleichbar eines Rituals, den Hörenden entgegengesetzte Funktionen anbieten: In den Schlaf wiegen oder aufwecken. „Welche Funktion erfüllt wird, entscheidet sich nur durch die Tatsache, wer – Mensch oder Radio zuerst aktiv ist. Mensch schaltet Radio ein – Radio schaltet Menschen ab – Radio schaltet Menschen ein, Mensch schaltet Radio ab.“16

Rezeption des SCHLAF-RADIOS von Norbert Math, Weserburg 12.5.2013, Foto: Maria Peters

In der Ausstellung Kunstradio – Radiokunst in der Weserburg haben wir das interaktive Konzept des Stückes SCHLAF-RADIO in der Präsentationsform aufgegriffen. Neben drei Variationen des SCHLAF-RADIOS17, die mit Kopfhörern abrufbar waren, wurde die Projekt initiierende erste Fassung von Norbert Math laut im Raum abgespielt. Es stand eine Schlafliege bereit, auf der einzelne Besucher/innen Platz nehmen konnten. Neben der Liege war ein kleines Aufnahmegerät angebracht. Durch einen kurzen Informationstext wurden die Besucher/innen eingeladen, an der Arbeit von Math zu partizipieren. Man konnte liegend zu dem gehörten Stück Gedanken und Imaginationen sprechen, Töne und Geräusche (zum Beispiel vom eigenen Handy) dazumischen und das Ganze mit dem bereit gestellten Aufnahmegerät festhalten. So produzierten die Besucher/innen ihr eigenes SCHLAF-RADIO. In der Zeit der Ausstellung entstand auf dem Aufnahmegerät des Museums eine Ansammlung von individuellen SCHLAF-RADIO-Versionen. Mit Genehmigung der Autor/innen wurden Auszüge aus diesem akustischen Besucherbuch zum Art’s Birthday am 17. Januar 2013 aus dem Museum Weserburg heraus weltweit gesendet.18

Zerstreuung der Stimme

Im Freien Radio und in Form von performativen Intervention im öffentlichen Raum untersucht die Medien- und Performancegruppe LIGNA19 in ihren radiophonen Arbeiten die Bedeutung einer „Zerstreuung der Stimme durch das Radio“ auf die unbestimmbare Anzahl von Empfangsgeräten der Hörer/innen.20 Indem das Radio die enge Bindung von Sprechen und körperlicher Präsenz aufhebt, vermittelt die ortlose und flüchtige Radiostimme einen Eindruck des „Unheimlichen“.21
Mit dem Begriff der „Zerstreuung“ ist nach der Radiotheorie von LIGNA einerseits die politisch relevante Unkontrollierbarkeit in der „Verbreitung und Ausstreuung“ der Radiostimme gemeint. Andererseits geht es auch um ein Moment der „Unterhaltung und Ablenkung“ durch eine Vielzahl von künstlerischen Strategien.22 23
In der radiophonen Arbeit Nacht. Stimme. Zerstreuung (gesendet am 17. September 2006)24 sind beide Sinndeutungen wirksam. Der Radiosprecher Helmut Bohatsch verliest live vierzig Minuten lang einen Text der Künstlergruppe LIGNA. Bohatsch gibt vor, bei nächtlicher Stunde allein in einem Studio des ORFs zu sitzen und spricht die unbekannten Radiohörer/innen dialogorientiert an. Mittels direkter Fragen, verbunden mit Pausen des Wartens auf nicht zu hörende Antworten; ebenso wie durch nicht kontrollierbare Handlungsanweisungen an die Hörenden, wird die Unmöglichkeit des Dialoges und die Zerstreuung der Stimme im unbestimmten radiophonen Raum zum Ausdruck gebracht. Darauf verweist auch der Ankündigungstext auf der Internetseite des Kunstradios: „Der Sprecher weiß nicht, was mit seiner Stimme passiert. Ihm ist unheimlich zumute. Die Hörer bilden in ihrer Zerstreuung eine Konstellation, Sternenbildern vergleichbar“25. In seinem Monolog erzeugt der Sprecher bei uns als Zuhörer/innen eine Achtsamkeit und ein Bewusstsein für die wechselseitigen Bedingtheiten von Stimme, Körper, Raum, Zeit und damit verbunden für die politische Dimension des Mediums Radio. Inhalt und Form gehen in dieser Arbeit eine besondere Verbindung ein. Die unterschiedlichen Handlungsanweisungen, vom Sprecher selbst an mancher Stelle als „Experimente“ bezeichnet, regen zur Reflexion über die oben genannten Themen an. Der Sprecher fordert die Zuhörer/innen zum Beispiel dazu auf, das Radio laut zu stellen, in den Nebenraum zu gehen und die Wirkung seiner Stimme aus der Ferne mit ihrem bisherigen Eindruck zu vergleichen. Eine weitere Anweisung besteht darin, den Sender für eine bestimmte Zeit zu wechseln, um sich die Differenz zwischen der Stimme von Helmut Bohatsch und den Stimmen anderer Radiosprecher zu vergegenwärtigen. Unterhaltsam wird dieser Pseudo-Dialog, wenn der Sprecher spekulativ feststellt, dass die Zuhörer/innen ihm möglicherweise nicht „gehorchen“, weil sie ihm immer noch zuhören. Die Vorstellungen und Assoziationen, deren Entstehen der Sprecher in seinem Monolog befördert, regen das Abschweifen und die Zerstreuung von Gedanken an.

Rezeption von Nacht.Stimme.Zerstreuung. der Gruppe LIGNA, Weserburg 9.11.2012, Foto: Maria Peters

Das Hörstück Nacht.Stimme.Zerstreuung wurde in der Ausstellung Kunstradio – Radiokunst in Absprache mit der Künstlergruppe LIGNA live von einem Sender im Museum ausgestrahlt, den man durch kleine analoge Kofferradios empfangen konnte. Jedoch hätte auch jedes andere Radiogerät das Hören der Arbeit ermöglicht, sofern es auf der richtigen Frequenz eingestellt gewesen wäre. Um eine häusliche Atmosphäre zu simulieren, waren im Ausstellungsraum mehrere kleine „Wohnzimmer-Inseln“ (Sessel, Lampe, Tisch, Teppich und Radiogerät) aufgestellt. In ihnen konnte man zum Hören entspannt Platz nehmen. Auch das im Hörstück angelegte Wechseln des Senders war mit Hilfe der Radiogeräte möglich.

Doppelseite aus einem Besucherbuch

Ergänzend hatten wir in jeder Wohnzimmer-Insel ein Besucherbuch ausgelegt, in das die Besucher/innen während des Hörens Gedanken, Ideen und Meinungen aufzeichnen konnten. Diese erlaubten uns umfassende Einblicke in ihre Erfahrungen mit der Arbeit. Die Einträge weisen ein breites Spektrum in der Gestaltung auf, reichen von einzelnen Stichworten, über längere Texte, Gedichte, Wortspiele, Notationen, Kritzel, ornamental-formelhafte bis hin zu gegenständlichen Zeichnungen.
Auf Grundlage der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring wurden folgende Kategorien aus den Einträgen der Besucher/innen erstellt:

1. Dokumentation des Wahrgenommenen: Besucher/innen schilderten ihre Erlebnisse in erlebnismäßiger Perspektive. Dazu zählen die Wiedergabe von sinnlich Wahrgenommenen, Assoziationen sowie positive und negative Gefühle, welche die Arbeit bei ihnen hervorrief.
2. Handlung: Die Besucher/innen trafen Aussagen bezüglich ihrer zielgerichteten Tätigkeiten im Kontext der Arbeit Nacht. Stimme. Zerstreuung.
3. Metaebene: Diese Kategorie umfasst konkrete Äußerungen zu Erkenntnissen der Besucher/innen, die explizit mit der Wahrnehmung an sich, der Arbeit Nacht. Stimme. Zerstreuung. und/oder dem Medium Radio in Verbindung stehen.
4. Wertende Aussagen: Unter diese Kategorie werden wertende Aussagen bezüglich der radiophonen Arbeit und des Hörraums bzw. seiner einzelnen Komponenten subsumiert.

Kritzeleien, die von Außenstehenden inhaltlich nicht unmittelbar in Bezug zur präsentierten Arbeit gestellt werden können, lassen Aussagen zum Rezeptionsverhalten der Hörenden zu. So mag das Kritzeln während des Hörens beispielsweise konzentrationsfördernd gewirkt haben.26 Gleichzeitig diente das Besucherbuch auch der Kommunikation der Besucher/innen untereinander.
Anzunehmen ist, dass die Wahrnehmungserfahrungen beim Hören der ursprünglichen Live-Sendung deutliche Unterschiede zur Wahrnehmung der dokumentierten Sendung im Rahmen der Ausstellung aufweisen. Auch wenn die Arbeit erneut gesendet wurde, so handelte es sich im Kern um ein Dokument, das nicht in einer privaten Situation, sondern im Museum und damit in einer öffentlichen Institution zu hören gegeben wurde. Das bedeutet, wenn Besucher/innen den Aufforderungen des Sprechers folgten, gab es Augen- und Ohrenzeugen für Ihre Handlungen.
Viele Besucher/innen schilderten negative Gefühle, da sie sich durch den Radiosprecher manipuliert fühlten. Dieser Eindruck kam jedoch nicht ausschließlich durch Inhalt und Form der aufgezeichneten Sendung zustande, sondern ebenso durch die Art der Präsentation. Die Besucher/innen nahmen an, dass das Gehörte tatsächlich live im Museum gesprochen und gesendet wird. Wurde ihnen der Irrtum bewusst, zum Beispiel in Momenten, wenn von der nächtlichen Uhrzeit die Rede war, fühlten sie sich betrogen, reagierten verunsichert und/oder enttäuscht.
Wie oben beschrieben, löste Nacht. Stimme. Zerstreuung. vielfältige Gefühle, Assoziationen, Interpretationen, reflektierende Prozesse und (körperbetonte) Handlungen aus. Die Arbeit führte zur Bewußtmachung der Radiokunst als nicht-sichtbare und nicht-gegenständliche Kunst und in diesem Zusammenhang forderte sie die Besucher/innen auch zu einer Befragung ihres Kunstbegriffs heraus. Die Rezeption der Arbeit ermunterte sie zur bewussten Auseinandersetzung mit ihrer Wahrnehmung. Ihnen wurden neue Blickwinkel auf das „alte“ Medium Radio und seine Potentiale eröffnet. Und nicht zuletzt führte die Präsentation bzw. Rezeption der Arbeit, auch im Rahmen der Ausstellung zu unkontrollierbaren Situationen.

Akustische und Visuelle Grenzgänge im musealen Raum

Eine weitere Form der experimentellen Rezeption erfuhr das Stück Nacht.Stimme.Zerstreuung in dem von Maria Peters geleiteten Workshop zur Vermittlung von Radiokunst auf der Tagung „Interaktion im Museum 2. Der Besucher im Fokus“ im Mai 2013 in der Kunsthalle Emden. Die Teilnehmenden hörten das Stück über ein digitales Wiedergabegerät mit Kopfhörern, während sie durch die Ausstellungsräume der Kunsthalle gingen. Im Hören, Gehen und Betrachten hatten sie die Aufgabe, auf einem langen Papierstreifen ununterbrochen ihre Wahrnehmungen, Gedanken und Assoziationen aufzuschreiben.
Im anschließenden Lesen ihrer Texte sollten die Wege und Umwege der eigenen Sinnproduktion auf dem Papierstreifen nachvollzogen, Überraschendes und Wichtiges markiert und kommentiert und in der abschließenden Diskussion präsentiert werden.
Die Teilnehmenden beschrieben, dass im Versuch, das Gehörte mit dem Gesehenen in Beziehung zu setzen, vielfältige Brüche und Irritationen entstanden sind. Zu einzelnen Worten des Sprechers wurden beispielsweise visuelle Ankerpunkte in der Ausstellung gesucht. Dadurch verbanden sich Gesehenes und Gehörtes miteinander und erhielten wechselnde Bedeutungszuschreibungen. Es wurde deutlich, dass der akustische Raum die visuellen Erfahrungen und mit ihnen das eigene Verhalten beeinflusst und verändert. Die direkten Handlungsaufforderungen des Sprechers empfanden die Teilnehmenden größtenteils als anstrengend und manipulierend. Einige nutzten den Prozess des Schreibens, um im eigenen Text Widerstände gegenüber der Gehorsamkeit, die im Hören der fremden Stimme angelegt ist, zum Ausdruck zu bringen. Während die Teilnehmenden in der Ausstellung für andere Besucher/innen Unhörbares hörten und dabei ihre Beobachtungen und Gedanken zu Papier brachten, wurden sie selbst zum Objekt der Beobachtung im musealen Raum. Ihre akustisch geleiteten Handlungen erzeugten insbesondere beim Aufsichtspersonal Irritationen. Weil einige Hörende sich zum Beispiel eher kreisend in einem Raum bewegten, wies man sie freundlich darauf hin, doch auch die anderen Ausstellungsräume zu besuchen.

Ich bin es, der sagt: Ich bin da

Die Wahrnehmung und Reflexion der eigenen und fremden Stimme ist auch zentral in der Radiokunst von Bruno Pisek (Wien).
Seine radiophone Trilogie mit dem Titel: „ICH BIN ES, DER SAGT: ICH BIN DA“27 spielt mit akustischen Erinnerungen an bestimmte Orte auf Wegstrecken zwischen Wien und Berlin, Wien, Wuppertal und Amsterdam sowie anderen Orten in Mitteleuropa. Die Zuhörer/innen werden durch atmosphärische Geräusche, verbunden mit Musik, Gesang und Gesprächen, auf eine Gedächtnisreise geschickt. Diese Reise führt nicht nur „durch den medial-akustischen Raum“, sondern auch „durch den Raum des eigenen (Nach-)Denkens und Empfindens im multimedialen Bereich“.28 Die Arbeit von Bruno Pisek beinhaltet ein Fragen zur Poesie der eigenen Stimme. Er bat verschiedene Personen entlang den oben genannten Wegstrecken, ihre eigene Stimme zu beschreiben. In ihren Ausführungen dachten die Menschen zum Beispiel darüber nach, ob ihre Stimme Teil ihres Körpers ist und ob sie möglicherweise verschwindet, wenn sie auf einem Tonband aufgenommen wird. In Zusammenarbeit mit der kanadischen Künstlerin Anna Friz entwickelte Bruno Pisek einen Fragebogen – „Poetry of your voice“– zum Experimentieren mit und Reflektieren über die eigene Stimme.
Im Rahmen der Ausstellung Kunstradio – Radiokunst wurde dieser Künstlerfragebogen eingesetzt, um bei den Besuchern eine sprechende Vergegenwärtigung der eigenen Stimme zu inszenieren. Eine Gruppe von Studentinnen arbeitete zum Beispiel mit dem Fragebogen, in dem jede Teilnehmende ihre individuellen Antworten auf einem Tonband aufsprach. Im gemeinsamen Hören und Besprechen der performativ zum Ausdruck gebrachten subjektiven Vorstellungen über die eigene Stimme, ergab sich ein interessantes akustisches „Bild“ eines vielstimmigen Sprechens.
Das Hören der eigenen Stimme rückte diese in Distanz und ließ sie fremd und unheimlich erscheinen. Die Studierenden achteten nicht nur auf das WAS ihrer Aussage, sondern auch auf die Art und Weise WIE sie gesprochen haben. Sie thematisierten zum Beispiel den Sitz der eigenen Stimme im Körper und erfanden Merkmale und Eigenschaften zur Beschreibung ihrer Immaterialität. Auf diese Weise entwickelten sie eine ästhetische Perspektive auf die eigene Präsenz. Kristin Westphal beschreibt diese Forschungen wie folgt: „Über Stimme zu sprechen findet in und mit der Stimme statt. Darin ist ein Moment der Doppelung enthalten, das jedoch nicht zur Deckung kommt. Stimme entzieht sich einer eindeutigen Verortung. Sie erscheint als Selbstpräsenz, indem ich mich selbst sprechen höre und zugleich als Fremdheit, indem ich mich selbst sprechen höre, wie ein anderer mich hört. […] Es gibt eine Differenz zwischen der gehörten und gesprochenen Stimme.“29

Vermittlung

Die beschriebenen Vermittlungsweisen der drei besprochenen Radiokunstarbeiten, SCHLAF-RADIO, Nacht. Stimme. Zerstreuung. und Poetry of your voice machen Handlungen deutlich, die auch bei der Vermittlung von Kunst im Allgemeinen erkenntnisleitend sind: Um über (radiophone) Kunst und ihre medialen Räume zu reflektieren, sollten die eigenen Wahrnehmungen und Assoziationen in eine symbolische Spur übersetzt werden. Insbesondere in Prozessen des Sprechens, Schreibens, der bildnerischen Gestaltung oder in einer eigenen akustischen oder multimedialen Produktion kann es gelingen, das Erfahrene reflektierend in Distanz zu rücken. Im Austausch mit anderen Rezipient/innen werden darüber hinaus Ähnlichkeiten und Unterschiede der subjektiven Übersetzung anhand intersubjektiver Korrespondenzen beschreibbar. Um angemessene Wege der Vermittlung von, mit und durch Radiokunst zu erfinden, ist es hilfreich, sich intensiv den jeweiligen künstlerischen Strategien zu widmen, die in den Arbeiten wirksam sind. Die spezifischen Weisen der künstlerischen Wahrnehmung, Handlung und Gestaltung können neue Wege zur Produktion und Reflexion von radiophonen Arbeiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eröffnen: „Von“ den thematischen Impulsen, den technischen, sowie form- und materialbezogenen Eigenschaften der radiophonen Kunstwerke wird unsere Aufmerksamkeit evoziert. Im Dialog „mit “ den medialen Ereignissen korrespondieren Mensch und radiophone Arbeit. Darüber hinaus ist das Radiokunstwerk auch ein Medium, „durch “ das die Hörer/innen beziehungsweise die Besucher/innen im Museum untereinander mental und körperlich kommunizieren können.
Ein interessantes Beispiel für eine Radioproduktion von Schülern im musealen Raum ist das Projekt Freiheit! Kreative Radiokunst von Jugendlichen für Jugendliche, das im Sommer 2013, initiiert von der Museumspädagogin Katrin Rickerts, in der Ausstellung Freiheit im Museum Kunstpalais in Erlangen durchgeführt wurde. Ein Besuch auf der Internetseite des Kunstpalais bietet weitere Informationen.30
Eine Achtsamkeit auf die eigene Stimme in Auseinandersetzung mit radiophonen Arbeiten kann auch eine Sensibilität auf das Sprechen über Kunst und Kultur am Ort des Museums oder an anderen Orten befördern.31 Forschungen im Bereich der Kunst- und Kulturvermittlung haben gezeigt, dass eine kritische Kommunikation und dialogisch handelnde Interaktion mit künstlerischen Arbeiten im Museum für eine „vielstimmige“ und „differentielle“ Kunstvermittlung notwendig sind.32 Eine so geartete Auseinandersetzung mit Kunst im Museum kann bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Intensivierung der Wahrnehmung, ein sich veränderndes Imaginationsvermögen und die Ausbildung einer plural orientierten Reflexionsfähigkeit erzeugen.
Radiophone Werke geben Beispiele und Anregungen zur Erfindung kollektiver Formen der Begegnung und Interaktion in sozialen, öffentlichen und medialen Räumen. Orientiert zum Beispiel an Arbeitsformen von Bill Fontana („Live-Klangskulpturen“ und „Soundscapes“) können Kinder und Jugendliche akustische Ereignisse an für sie wichtigen Orten einsammeln. Gemischt mit weiteren Geräuschen/Sprache/Tönen entstehen daraus kleine Soundcollagen, die wiederum als akustische Intervention und Irritation an dem Ursprungsort oder anderen Orten installiert werden. In Korrespondenz zu einer Arbeit der Gruppe LIGNA (Verwisch die Spuren, 2010)33, ist es zum Beispiel möglich, Soundcollagen nicht nur an urbanen Orten zu installieren, sondern auch mobil abrufbar auf Karten (als Google-Earth-Darstellung) im Internet zu verlinken. Mit Hilfe von akustischen Spuren können auf diese Weise Gebiete virtuell im Netz durchstreift werden. Ein weiteres Beispiel zur experimentellen, radiophonen Ortserfahrung mit Schüler/innen, ist die Installation kleiner Sender an bestimmten Punkten im urbanen Raum, die sich über mobile Radiogeräte empfangen lassen. Durch den Sender werden akustische Handlungsanweisungen ausgestrahlt, die die Schüler/innen zu bestimmten Gesten und Aktionen an festgelegten Stationen vor Ort auffordern (im Sinne der Arbeit von LIGNA Radioballett ab 2002).
Im akustisch geleiteten Interagieren von Kindern und Jugendlichen an alltäglichen Plätzen ihrer Lebenswelt können Wahrnehmungsgewohnheiten und Bedeutungsmuster verschoben, bislang Übersehenes, Überhörtes oder Verdrängtes erfahren und neue Erkenntnisse für Zukünftiges ermöglicht werden.
Im „Er-hören“ und „Er-sprechen“ von radiophonen Arbeiten gerät das Subjekt in Bewegung: Seine Wahrnehmungen, Empfindungen und Gedanken sind eingespannt in ein energetisch wirkendes Netz äußerer und innerer Bilder, das es ergreift und verändert.34

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Literatur

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Breitsameter, Sabine (2006): »1924 – Radiokunst – drei Grundpositionen«, in: Thurmann-Jajes, Anne, Sabine Breitsameter und Winfried Pauleit (Hrsg.): Sound art. Zwischen Avantgarde und Popkultur, Köln 2006 (= Schriftenreihe für Künstlerpublikationen, Bd. 3), S. 87–95

Fontana, Bill (1988): »Sonic Projections from Schlossberg Graz«. Radio-Klangskulptur. Live aus Graz, <http://www.kunstradio.at/1988B/20_10_88.html> [23.6.2013]

Fontana, Bill (1989): »Transparente Klänge«, in: Kunstforum, Bd. 103, 1989, S. 302–304

Frahm, Ole und Torsten Michaelsen (1999): »Hört die anderen Wellen! Zur Verräumlichung der Stimme im Radio«, Vortrag anlässlich der Ringvorlesung »Radiokultur und Hörkunst«, Universität Hamburg, 31.5.1999, S. 1–35 <http://www.yumpu.com/de/document/view/5813168/ole-frahm-torsten-michaelsen-hort-die-anderen-wellen-zur-> [4.7.2013]

LIGNA (2006): Nacht.Stimme.Zerstreuung, <http://www.kunstradio.at/2006B/17_09_06.html> [23.6.2013]

Kwastek, Katja (2004): »Ohne Schnur. Die Eroberung des Hertzraums.« In: Inke Arns, Nina-Maria Faulstich und Katja Kwastek (Hg.): Ohne Schnur. Kunst und drahtlose Kommunikation ; eine Ausstellung vom Cuxhavener Kunstverein, Cuxhaven, 03.04. - 02.05.2004; [anlässlich der Ausstellung »Ohne Schnur. Kunst und Drahtlose Kommunikation« ; das begleitende Symposium »Kommunikationskunst im Spannungsfeld von Kunst, Technologie und Gesellschaft« fand vom 3. bis 4. April im Cuxhavener Kunstverein statt]. Frankfurt am Main: Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, S. 16–35

Math, Norbert (1993): »SCHLAF-RADIO«, <http://kunstradio.at/1993A/15_4_93.html> [23.6.2013]

Peters, Maria (2000): »Die Höhle der Erinnerung. Mediale Aktivierungspotentiale in künstlerischen und pädagogischen Prozessen«, in: Pazzini, Karl-Josef, Erik Porath und Susanne Gottlob (Hrsg.): Kontaktabzug. Medien im Prozess der Bildung, Wien 2000, S. 144–157

Peters, Maria (2011): »›Ich rede und schreibe anders, als ich denke, ich denke anders, als ich denken soll, und so geht es weiter bis ins tiefste Dunkel‹: Sprechen in Auseinandersetzung mit Kunst«, in: Kirschenmann, Johannes, Christoph Richter und Kaspar H. Spinner (Hrsg.): Reden über Kunst. Fachdidaktisches Forschungssymposium in Literatur, Kunst und Musik. Kontext Kunstpädagogik, München 2011, S. 245–260

Peters, Maria (2014): Immaterielle Räume der Vermittlung von, mit und durch Radiokunst. In: Barbara Lutz-Sterzenbach/Maria Peters/Frank Schulz (Hg.): Bild und Bildung. Praxis, Reflexion, Wissen im Kontext von Kunst und Medien. München. (Kontext Kunstpädagogik, 40), 311–323.

Pisek, Bruno (1997): »ICH BIN ES, DER SAGT: ICH BIN DA.« Ein Fortsetzung der Radiopredigten live im Kunstradio, <http://kunstradio.at/1997A/6_2_97.html> [23.6.2013]

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Carmen Mörsch und Eva Sturm (2010): »Vermittlung – Performance – Widerstreit«, in: Art Education Research, hrsg. von Zurich University of the Arts, Jg. 1, Heft, 2010, S. 1–6, Download: <http://iae.zhdk.ch/fileadmin/data/iae/documents/Art_Education_Research_1__2__Moersch_Sturm.pdf> [4.7.2013]

Thurmann-Jajes, Anne (2008): »Radio as Art. Zur Bestimmung und Archivierung von Radiokunst«, (dt. Übers.), in: Grundmann, Heidi u. a. (Hrsg.): Re-Inventing Radio. Aspects of Radio as Art, Frankfurt am Main 2008, S. 387–405

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Vrenegor, Nicole (2003): »Interview mit Ole Frahm und Torsten Michaelsen. Kollektive Zerstreuung. Ligna experimentiert mit Formen der politischen Intervention«, in: ak – analyse & kritik, Zeitung für linke Debatte und Praxis, Nr. 475, 2003, <http://www.akweb.de/ak_s/ak475/07.htm> [30.4.2013]

Westphal, Kristin (2011): »Vom Ver–Rücken der Phänomene. Reflexionen über Wirklichkeiten von Stimmen«, in: online-Zeitschrift Kunst, Medien, Bildung zkmb, Text im Diskurs, 21.11.2011; <http://www.zkmb.de/index.php?id=76> [23.6.2013]

 

Anmerkungen

1 Kooperationspartnerinnen: Dr. Anne Thurmann-Jajes, Studienzentrum für Künstlerpublikationen, Museum Weserburg Bremen und Prof. Dr. Ursula Frohne, Kunsthistorisches Institut, Universität zu Köln (Laufzeit: 2011–14, gefördert durch die VolkswagenStiftung). In diesem Rahmen entsteht von Sarah Rothe eine Dissertation mit dem Arbeitstitel »Radiokunst: Chancen und Schwierigkeiten ihrer Vermittlung« . Anhand theoretischer Positionen und empirischer Untersuchungen werden Konzepte und Modelle zur Vermittlung von Radiokunst entwickelt, evaluiert und modellhaft implementiert.

2 Vgl. Breitsameter 2006, S. 94.

3 Vgl. Kwastek, 2004, S. 18-20.

4 Vgl. Fontana 1989, S. 302.

5 Höre http://www.kunstradio.at/1988B/20_10_88.html [21.6.2013].

6 Fontana 1988.

7 <http://www.kunstradio.at> [2.7.2013].

8 Vgl.Thurmann-Jajes 2008, S. 395.

9 Vgl. Thurmann-Jajes 2012, S. 1306.

10 Ebd.

11 Ebd.

12 Ebd. zitiert nach Braun 2007.

13 Höre http://kunstradio.at/1993A/15_4_93.html [21.6.2013].

14 Math 1993.

15 Ebd.

16 Ebd.

17 »Schlummernummer« von Gerhard Mittermayr, 3.2.1994: <http://www.kunstradio.at/1994A/MP3/03_02_94b.m3u> [2.7.2013]. – »Na Gute Nacht!« von Rupert Huber 28.4.1994: <http://kunstradio.at/1994A/28_4_94.html#2> [2.7.2013]. – »Weave« von Elisabeth Schimana, 1.6.1995: http://www.kunstradio.at/1995A/MP3/01_06_95b.mp3 [2.7.2013].

18 Art’s Birthday: Radiosendung zum 1 Mill. und 50. Geburtstag der Kunst als Fluxus-Erfindung. Der Beitrag aus Bremen war live über weltweite Sendestationen (über Rundfunk und Internetstream) zu hören.

19 Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen gründeten 1995 die Künstlergruppe LIGNA: siehe http://ligna.blogspot.de [21.6.2013].

20 Vgl. Vrenegor 2003.

21 Vgl. Frahm/Michaelsen 1999, S. 28/29.

22 Vgl. Primavesi 2011, S. 10.

23 Gegen die zerstreute Vereinzelung von Hörern im privaten Raum, organisiert und inszeniert die Gruppe LIGNA seit 2002 Radioballetts an unterschiedlichen nationalen und internationalen Orten. Hier wird das gemeinsame Radiohören in einem politisch wirksamen »zerstreuten Kollektiv« von Hörern im öffentlichen Raum produktiv. Siehe <http://ligna.blogspot.de/2009/12/radioballett.html> [21.6.2013].

24 Höre <http://www.kunstradio.at/2006B/17_09_06.html> [21.6.2013].

25 Kunstradio 2006.

26 Zur aufmerksamkeitsfördenden Wirkung des Kritzelns siehe auch: Andrade, Jackie (2010): What does doodling do? In: Appl. Cognit. Psychol. 24 (1), S. 100–106, hier S. 103.

27 Höre <http://kunstradio.at/1998A/16_4_98.html> [21.6.2013].

28 Pisek 1997.

29 Westphal 2011.

30 Siehe <http://kunstpalais.wordpress.com/page/2> [4.7.2013].

31Peters 2011.

32 Vgl. Mörsch/Sturm 2010, S. 5.

33 Siehe http://www.dradio-ortung.de/ligna.html [23.6.2013].

34 Vgl. Peters 2000, S. 194.